Weiterbildung IseF Inklusiv – Für pädagogische Fachkräfte im Kinder- und Jugendschutz

Unsere Weiterbildung zur „Insoweit erfahrenen Fachkraft im Kinder- und Jugendschutz nach § 8a SGB VIII – inklusiv“ (IseF inklusiv) richtet sich an pädagogische Fachkräfte aus kinder- und jugendschutzrelevanten Bereichen.

Mit der Weiterbildung IseF inklusiv erhalten Sie das Handwerkszeug, um andere Fachkräfte angemessen bei der Wahrnehmung und Bewertung von Anhaltspunkten für eine Kindeswohlgefährdung mithilfe einer Fachberatung nach § 8a SGB VIII zu unterstützen. Darüber hinaus sind beeinträchtigungsspezifische Aspekte im Kinder- und Jugendschutz in die Weiterbildung einbezogen.

Das Dozent*innen-Team besteht aus Personen verschiedener Professionen der Kinder- und Jugendhilfe, Rechtswissenschaften sowie der Eingliederungshilfe. Diese beziehen aktuelles Wissen aus der Forschung und Praxis in die Seminarmodule mit ein.

Inhalte der Weiterbildung

Neben den wesentlichen Verfahren in den gesetzlichen Grundlagen und der Netzwerkarbeit legen wir einen Fokus auf Beratungssituationen von Kinder- und Jugendschutzprozessen mit jungen Menschen mit Beeinträchtigung:

  • Verfahren nach § 8a SGB VIII interdisziplinärer Austausch, Netzwerkarbeit und Hilfsangebot
  • Beratungsgespräche mit Eltern im Kontext Kinder- und Jugendschutz
  • Partizipation von jungen Menschen mit und ohne Beeinträchtigung
  • Basiswissen Kinder- und Jugendschutz inklusiv, Behinderungs- und Krankheitsbilder

Die Entwicklung und Konzipierung der Weiterbildung zu „Insoweit erfahrenen Fachkraft im Kinder- und Jugendschutz nach § 8a SGB VIII – inklusiv“ erfolgte im Rahmen des Projektes „Inklusiver Kinderschutz“, das seit 2019 in der tandem BTL besteht.

Mehr Informationen zum Kinder- und Jugendschutz inklusiv bei der tandem BTL gGmbH

Termin

Mittwoch, 15. April 2026

Teilnahmebeitrag

1.600 Euro für externe pädagogische Fachkräfte


Im Preis enthalten, Arbeitsunterlagen, Teilnahmebescheinigung, Snacks und Kaffeepausen

Anbieter

tandem BTL Akademie

Ort

Geschäftsstelle der tandem BTL gGmbH
Potsdamer Straße 182, 10783 Berlin, 1. OG

Zielgruppe

Die Weiterbildung IseF inklusiv richtet sich an pädagogische Fachkräfte aus kinder- und jugendschutzrelevanten Bereichen.

Zugangsvoraussetzungen

  • entsprechende berufliche Qualifizierung: Hochschul- bzw. Fachhochschulabschluss (sozialpädagogisch, pädagogisch, psychologisch)
  • mindestens dreijährige Berufserfahrung in einem kinder- und jugendhilferelevanten Bereich
  • Praxiserfahrungen mit Gefährdungseinschätzungen
  • einschlägige Fortbildungen in kinder- und jugendschutzrelevanten Themen

Curriculum der Weiterbildung IseF inklusiv

Die Weiterbildung besteht aus vier Pflichtmodulen sowie einem Wahlmodul und wird mit einem Fachgespräch abgeschlossen. Die Erstellung einer Fall- und Beratungskonstruktion (Abschlussarbeit) ist Teil der Ausbildung und wird in einer Supervision begleitet. Zu den Unterrichtstagen (siehe Modulplan) kommen Zeiten zum Selbststudium und zum Erstellen der Falldokumentation.

Modul 1: Risiko und Gefährdungseinschätzungen, Rechtlicher Rahmen, Bereiche des Kinder- und Jugendschutzes, besondere Aspekte innerhalb von Gefährdungseinschätzungen, Dokumente und Arbeitshilfen „Inklusiver Kinderschutz“

Modul 2: Konzept der Fachberatung im Kinder- und Jugendschutz, Fallberatung, Kooperations- und Netzwerkarbeit

Modul 3: Dialogische Beratung (Gesprächsführung, Erziehungs- und Bildungspartnerschaften)

Modul 4: Kinderschutz und Pädagogik Inklusiv (Institutioneller Kinder- und Jugendschutz sowie Wahlmodule) - Sie können Sie können zwei Tagesveranstaltungen aus dem Fortbildungskalender der tandem BTL Akademie wählen. Die Auswahl finden Sie nachfolgend.

Abschluss der Ausbildung (Fachgespräch, Fall- und Beratungskonstruktion, Supervision)

Umgang mit psychischen Erkrankungen und Belastungen im Familiensystem

Ein Viertel bis ein Drittel aller Kinder in Deutschland wächst mit mindestens einem psychisch erkrankten Elternteil auf.

Die Folgen können gravierend sein: Kinder aus diesen Familien sind einem erhöhten Risiko von Kindeswohlgefährdungen ausgesetzt und zeigen häufig erhebliche Entwicklungsrisiken in den Bereichen Emotionen und deren Regulation, Verhaltenssteuerung, Selbstwert, soziale Teilhabe und schulische Misserfolge auf. Auch sind sie überproportional häufig von eigenen psychischen Erkrankungen oder Sucht betroffen.

Diese Belastungen wirken sich nicht nur auf die individuelle Entwicklung der Kinder aus, sondern stellen auch Fachkräfte in sozialen Berufen vor große Herausforderungen – sei es in der Zusammenarbeit mit den Eltern, im Schutz des Kindeswohls oder in der täglichen Arbeit mit eben diesen Multiproblemlagen.

In diesem Seminar beschäftigen Sie sich mit den Grundlagen psychischer Erkrankungen bei Eltern und beleuchten die Auswirkungen auf Kinder und deren Umfeld.

Im Fokus stehen

  • das Erkennen von Warnsignalen und Belastungen,
  • die Entwicklung praxisnaher Handlungsstrategien sowie
  • die Gestaltung einer effektiven und kooperativen Zusammenarbeit mit den Eltern.

Ziel ist es, Fachkräfte zu stärken, Handlungssicherheit zu vermitteln und nachhaltige Unterstützungsansätze zu entwickeln.

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Sonderpädagogische Förderung: Bedarfe und Umsetzung an Schule

Die individuelle Förderung von Kindern mit besonderen Bedürfnissen stellt pädagogische Fachkräfte täglich vor komplexe Aufgaben.

Dieses Seminar vermittelt praxisnahes Wissen und konkrete Werkzeuge zur Erstellung und Umsetzung von Förderplänen. Dabei stehen nicht nur die verschiedenen sonderpädagogischen Förderschwerpunkte im Mittelpunkt – von Lernen und Sprache über emotionale und soziale Entwicklung bis hin zu körperlich-motorischen und geistigen Beeinträchtigungen. Es sollen auch Strategien zur Selbstfürsorge und Selbstwirksamkeitssteigerung vermittelt werden, die der eigenen professionellen Stabilität, Belastbarkeit und langfristigen Gesundheit dienen.

Teilnehmende erhalten

  • einen Überblick über rechtliche Grundlagen,
  • Hilfsmittel zur systematischen Beobachtung und Dokumentation,
  • praktische Beispiele für die Gestaltung von Förderzielen und daraus resultierende Maßnahmen.

Der kollegiale Austausch über Herausforderungen im pädagogischen Alltag und erprobte Lösungsansätze ist ein immanenter Bestandteil des Seminars.

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Professionelles Handeln im Kinderschutzprozess mit den Eltern

Die Fortbildung vermittelt fachliche Sicherheit im professionellen Umgang mit Eltern im Kinderschutz.

Im Fokus stehen

  • die Gestaltung tragfähiger Arbeitsbeziehungen im Spannungsfeld von Hilfe und Kontrolle,
  • die transparente Ansprache von Kindeswohlgefährdungen sowie
  • der Umgang mit Widerstand, Angst und fehlender Kooperation.

Neben rechtlichen Grundlagen werden die eigene professionelle Haltung, kommunikative Handlungsmöglichkeiten und klare Grenzen der Elternarbeit reflektiert. Praxisnahe Fallarbeit unterstützt den Transfer in den Berufsalltag

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Einführung in die Leichte Sprache

Gemeinsam und inklusiv beschäftigen Sie sich mit den Grundlagen der Leichten Sprache, der Zielgruppe - den Menschen mit Lernschwierigkeiten - und dem Potenzial der Leichten Sprache.

Dieses Seminar vermittelt auf praktische Art und Weise die Regeln der Leichten Sprache. Diese Regeln wurden gemeinsam von Menschen mit und ohne Lernschwierigkeiten im Netzwerk für Leichte Sprache entwickelt.

Auf dieser Grundlage werden in selbstständigen Arbeitsphasen eigene Übersetzungen in Leichter Sprache angefertigt und damit die gewonnenen Kenntnisse durch einen offenen Austausch zum Thema gefestigt.

Sie erlernen erste Fähigkeiten in der Übersetzung der Texte und theoretisches Grundlagenwissen, jedoch ist dieser Workshop keine zertifizierte Übersetzer*innen-Schulung.

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Perspektivwechsel Neurodivergenz

Autismus, ADHS, FASD, kPTBS, Hochsensibilität und Hochbegabung, u.v.m. als Ausdruck neurologischer Vielfalt

Mit dem Konzept der Neurodiversität werden neurobiologische Unterschiede in der Art, die Welt wahrzunehmen, Reize zu verarbeiten und mit der Umwelt zu interagieren statt als Defizite als natürliche Ausprägungen der menschlichen Vielfalt eingeordnet. Der Begriff der Neurodivergenz wird zur Abgrenzung der Minderheit gegenüber einer Mehrheit der eher neurotypischen Menschen genutzt.

Dieser Perspektivwechsel ermöglicht neue, hilfreiche Zugänge.

Zur Neurodivergenz gehören u.a.:

  • Autismus-Spektrum-Störungen
  • Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom mit/ohne Hyperaktivität (AD(H)S)
  • Fetale Alkoholspektrum-Störungen (FASD)
  • die komplexe Posttraumatische Belastungsstörung (kPTBS)
  • Geistige Behinderung
  • Hochbegabung
  • Dyskalkulie und Dyslexie

Im Seminar nähern sich die Teilnehmenden gemeinsam den häufigsten Erscheinungsformen von Neurodivergenz. Sie setzen sich mit den besonderen Ressourcen und Chancen, aber auch den häufigen Barrieren im Kontakt mit einer auf neurotypische Menschen ausgerichteten Welt auseinander und sammeln Ansatzpunkte für hilfreiche Unterstützungsangebote.

Es kann im Zusammenspiel mit Barrieren zu komplexen Stressreaktionen kommen, die sich in sogenanntem herausfordernden Verhaltensweisen bis hin zu selbst- und fremdschädigenden Verhaltensweisen ausdrücken. Im Aufeinandertreffen mit der Belastung der Fachkräfte führen diese nur zu oft zu Eskalationsschleifen und zu Ausschluss an sozialer Teilhabe und Teilhabe an Bildung. Aus diesem Grund beinhaltet das Seminar auch einen Blick auf nervensystemgerechte Stressregulation und traumasensibles Arbeiten.

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